Dafür bist du doch da.

Ein Satz, der Verantwortung erklärt, ohne sie je entschieden zu haben.

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Minimalistische architektonische Darstellung mit einer weiss-grauen Wand als Symbol für die Kategorie Repliken von Karriererebellion. Hier die Replik: Dafür bist du doch da.
Dafür bist du doch da. - So beginnt Rollenzuschreibung – ohne je entschieden zu haben.

So beginnt selten ein Auftrag.
Und fast nie eine Entscheidung.

Es ist ein Satz, der Verantwortung erklärt,
ohne sie je vergeben zu haben.


Er fällt beiläufig.
Zwischen Tür und Aufgabe.
Zwischen Bitte und Erwartung.

„Dafür bist du doch da.“

Gemeint ist oft Kompetenz.
Oder Erfahrung.
Oder Verlässlichkeit.

Gemeint ist selten ein Mandat.


Der Satz funktioniert bemerkenswert gut.
Er spart Klärung.
Er vermeidet Entscheidung.
Er verschiebt Zuständigkeit.

Und er trifft fast immer die Richtigen.

Die, die können.
Die, die übernehmen.
Die, die Verantwortung nicht scheuen.


So wird aus Fähigkeit eine Rolle.
Aus Bereitschaft eine Erwartung.
Aus Engagement eine Selbstverständlichkeit.

Nicht ausgesprochen.
Nicht begrenzt.
Nicht überprüft.

Aber wirksam.


Interessant ist nicht, dass dieser Satz fällt.
Interessant ist, dass er selten infrage gestellt wird.

Denn wer fragt schon zurück,
wofür er eigentlich „da“ ist?


Diese Replik erklärt nichts.
Sie fordert nichts.
Sie zeigt nur, wie Verantwortung
nachträglich legitimiert wird.